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    Lehrstuhl für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie


    DFG-Projekt
    Die Stratigraphie des bronze- und eisenzeitlichen Siedlungshügels Feudvar bei Mošorin, Serbien – GIS-gestützte 3D-Analyse auf Basis der analogen Grabungsdokumentation

    Feudvar bei Mošorin. Ausgrabungsschnitt W 1990, Ausschnitt des Westprofils, Siedlungsschichten der Frühbronzezeit und Früheisenzeit.

    Von 1986 bis 1993 wurde in einem interdisziplinären Kooperationsprojekt unter Leitung von Bernhard Hänsel (Freie Universität Berlin) und Predrag Medović (Museum der Vojvodina, Novi Sad) die mehrschichtige bronze- und eisenzeitliche Burgsiedlung Feudvar bei Mošorin in Serbien erforscht. Das von der DFG geförderte Ausgrabungsprojekt wurde durch den Jugoslawienkrieg unterbrochen und hat bis heute keine Fortsetzung gefunden. Das Vorhaben umfasste vier mehrmonatige Ausgrabungs- und vier Aufarbeitungskampagnen. Hierbei wurde der Siedlungshügel Feudvar durch vier Ausgrabungsschnitte von rund 2000 m2 Gesamtfläche in bis zu 2,2 m Tiefe untersucht. Obwohl Ausschnitte und Aspekte der Ausgrabungen Gegenstand zahlreicher Beiträge – darunter mehrere Dissertationen – sind, konnte eine substanzielle Bearbeitung aller vier Ausgrabungsschnitte bisher nicht erfolgen. Begründet liegt dieses Forschungsdesiderat in dem Fehlen einer verbindlichen Stratigraphie.

    Das Vorhaben hat sich deshalb zu Aufgabe gestellt, für die einzelnen Ausgrabungsschnitte und den Siedlungshügel als Ganzes eine durch Radiokarbondaten abgesicherte Stratigraphie zu erarbeiten. Die erstellten stratigraphischen Abfolgen von Schichten und Befunden in den vier Grabungsschnitten entsprechen den Standards einer modernen Ausgrabungsdokumentation und ermöglichen eine Bearbeitung des Siedlungsbefundes, des Fundstoffs und der naturwissenschaftlichen Daten auf digitaler Basis.

    Im Rahmen des Projektes kommt ein komplexes geoinformatisches Verfahren zur Anwendung, welches von der Datenerfassung, -aufbereitung, -konvertierung und -analyse über die 3D-Modellierung und Visualisierung bis hin zu einem raumbezogenen 3D-Gesamtmodell zur archäologischen Stratigraphie von Feudvar und anschließender Datenausgabe und Bereitstellung der 3D-Daten und -Modelle in GIS-Datenformaten, reicht. Die Definition der 3D-Befundeinheiten und einer Abfolge dieser erfolgt unter Verwendung der thematischen Informationen zur Stratigraphie, welche in der im Projekt entworfenen relationalen Datenbank abgebildet und zur Verfügung gestellt werden, sowie einer Harris-Matrix und rund 100 Radiokarbondaten. Innerhalb des Projektes werden zugleich neue methodische Wege beschritten, analoge Altgrabungsdokumentationen in entsprechende digitale Datenformate zu übertragen und für eine moderne archäologische Vorgeschichtsforschung im 3D-GIS nutzbar zu machen. Werden die raumbezogenen und thematischen Stratigraphiedaten dann in ein 3D-GIS integriert und verknüpft oder auch mit weiteren archäologischen bzw. sonstigen Daten in daran anknüpfenden Projekten kombiniert, erlaubt dies neue Analysen und Ergebnisse, die dem Erkenntnisgewinn bei künftigen Forschungen dienen. Somit wird auch eine nutzerfreundliche Datengrundlage für künftige Bearbeitungen geschaffen.

    Feudvar bei Mošorin. Ausgrabungsschnitt E 1990, Ausschnitt des Planums 14, Hausbefunde der Frühbronzezeit mit jüngeren Gruben.


    The Stratigraphy of the Bronze and Iron Age settlement mound Feudvar near
    Mošorin, Serbia – GIS supported 3D analysis based on the analogue documentation of excavation

    From 1968 to 1993 an interdisciplinary project cooperation led by Bernhard Hänsel (Freie Universität Berlin) and Predrag Medović (Muzeum of Vojvodina in Novi Sad) was conducted with the goal to investigate the Bronze Age and Iron Age phases of the multilayer fortified settlement at Feudvar near Mošorin in Serbia. The excavation project that was funded by the German Research Foundation (Deutsche Forschungsgemeinschaft – DFG) was interrupted by the outbreak of war in Yugoslavia and could not be continued until today. The venture comprised four excavation seasons of several months each as well as four study seasons. The multilayered mound of Feudvar was investigated by means of four excavation trenches of circa 2000 square meters total extent and reaching up to 2.2 m in depth. Although some sections and aspects of the excavations were subjects of numerous contributions and a few doctoral dissertations, substantial study of all four excavation trenches could so far not be accomplished. This research deficit is largely due to the lack of a binding site stratigraphy.

    The current project thus aims at working out an overall stratigraphy of the individual excavation trenches and of the entire settlement mound, with the stratigraphical sequence being based on radiocarbon dates. The stratigraphic sequences of layers and features established in the four trenches at Feudvar ensure the standards of modern excavation documentation allowing for analysis of settlement features, of the archaeological finds and of scientific data on a digital basis.

    Within this project a complex computer-based process from geoinformatics is carried out, which ranges from data capturing, data preparation, data conversion and data analysis over the 3D modelling and visualization up to a spatial 3D entire model for the archaeological stratigraphy of Feudvar, including the following data output and the providing of spatial 3D data and 3D models in GIS data formats. Defining archaeological 3D feature units and a sequence of these are done using the thematic information of stratigraphy, which are represented, stored and made available in the relational database designed within the project, as well as using a harris matrix and around 100 radiocarbon dates. Within the project new methodical approaches are being taken to transfer analogue excavation documentation of old excavations into corresponding digital data formats and to make use of them for a modern prehistoric archaeological research in a 3D GIS. If the spatial and thematic data of stratigraphy then integrated into a 3D GIS and linked or combined with additionally archaeological or other data in further related projects this allows new query based analyzes and results, that serve to gain knowledge for future research. Thus an user-friendly data basis for future investigations is created.

    Das Feudvar.Projekt 1986-93


    Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Frank Falkenstein
    Lehrstuhl für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie
    Institut für Altertumswissenschaften
    Julius-Maximilians-Universität Würzburg
    Residenzplatz 2, Tor A
    97070 Würzburg
    frank.falkenstein@uni-wuerzburg.de

     

    Mitarbeiter/innen:

    ab 01.03.2018:
    Katrin Lang-Novikov, Dipl.Ing.
    Lehrstuhl für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie
    Institut für Altertumswissenschaften
    Julius-Maximilians-Universität Würzburg
    Residenzplatz 2, Tor A
    97070 Würzburg
    katrin.lang-novikov@uni-wuerzburg.de

    Förderer:

    Deutsche Forschungsgemeinschaft
    Würzburger Lehrstuhl für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie

     

    Bibliographie zu Feudvar


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    Kontakt

    Lehrstuhl für vor- und frühgeschichtliche Archäologie
    Residenzplatz 2, Tor A
    97070 Würzburg

    Tel.: +49 931 31-82801
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